Wie du deinen Eltern beibringst, Kinderbücher zu lieben

Serres Alain u.a., 2011
Öffentliche Bücherei Kierling
Verfügbar Ja (1) Titel ist in dieser Bibliothek verfügbar
Exemplare gesamt 1
Exemplare verliehen 0
Reservierungen 0Reservieren
Medienart Buch
ISBN 978-3-88897-710-7
Verfasser Serres Alain u.a. Wikipedia
Beteiligte Personen Serres, Alain Wikipedia
Beteiligte Personen Heitz, Bruno Wikipedia
Beteiligte Personen Scheffel, Tobias Wikipedia
Systematik JB 301 - Bilderbücher
Verlag Kunstmann
Ort München
Jahr 2011
Umfang 59 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Text von Alain Serres. Bilder von Bruno Heitz. Aus dem Franz. von Tobias Scheffel
Illustrationsang überw. Ill. (farb.)
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Christina Repolust;
Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit - ein witzig-kritischer Dialog über den "Schonraum Kinderliteratur". (JD)

Zuerst die Empfehlung, die einer Bedrängung gleichkommt: Das Buch müssen Sie unbedingt kaufen. Jetzt die Entspannung und Begründung der vorigen Empfehlung. Dieses kleine und feine Bändchen ist eine Abrechnung mit allen gängigen Vorurteilen gegenüber Kinderliteratur. "Wenn deine Eltern es eklig finden, dass durchs Buch ein Tier läuft, dem jemand auf den Kopf gemacht hat ... dann erklär ihnen, das du schon was viel Schlimmeres gesehen hast: einen Mann, der neben einer Mülltonne schläft - und zwar in echt." So, da haben wir also die damalige Kritik an dem Bilderbuch "Wer hat dem Maulwurf auf den Kopf gemacht" artig gebündelt und ebenso artig widersprochen. Kinderliteratur als Schonraum, da machten sich viele Experten daran zu schaffen, während AutorInnen weiterhin die Wahrheit schrieben und zeichneten, mit der Sprache spielten und die Kinder ihre helle Freude an so viel Wahrheit und Ernstgenommenwerden hatten.
Ach Eltern - KritikerInnen, BibliothekarInnen, BuchhändlerInnen, ihr alle da draußen - dieses Bilderbuch fasst die Kinderbuchkritik der vergangenen dreißig Jahre zusammen, mit Witz, Charme und Augenzwinkern. Die Kinder sind am Wort, sie ergreifen Partei dafür, dass ihnen in der Schule vorgelesen wird, dass "es in der Schule sehr viel bringt, Bücher zu lieben". Was, es gibt keine Elfen, Feen und Weihnachtsmänner? Es gibt aber den Glauben daran und den Glauben - das ist jetzt mein Lieblingszitat aus diesem Buch - "an Eltern, die wieder zu Kindern werden, sobald sie die sechs Buchstaben des Wortes KINDER nur lesen." So klingen große Liebeserklärungen, an Kinder, Eltern, AutorInnen, LiteraturvermittlerInnen. Auch die Stadtbücherei - irgendeine, vielleicht Ihre? - als Topos der Elternbefreiung kommt hier vor. All jene, die noch immer davon labern, dass Kinder doch Kindgemäßes, also pädagogisch Wertvolles, bräuchten, sollten das Buch nur dann zur Hand nehmen, wenn ihre medizinische Erstversorgung garantiert ist, schließlich kommt da auch wirklich das Substantiv "Pimmel" vor, den soll es, auch das verrät das Buch, auch im echten Leben geben!

----
Quelle: STUBE (http://www.stube.at/);
Autor: Kathrin Wexberg;
Spätestens seit der in regelmäßigen Abständen aufflammenden Aufregung über die (in der Tat Besorgnis erregenden) Ergebnisse der PISA-Studie sind die lesefaulen Kinder, die von ihren ach so literaturbegeisterten Eltern zum Lesen motiviert werden müssen, ein oft bemühtes Klischee in der gesellschaftlichen Diskussion dieses Problems. Was aber, wenn es eigentlich umgekehrt ist und die Eltern Angst vor Kinderbüchern haben? Dieser simplen Umkehr des Gewohnten wird hier mit unglaublich viel Witz nachgegangen (und dabei auch das Genre der Ratgeberliteratur mit viel Augenzwinkern persifliert). "Wenn deine Eltern Angst haben, ein Kinderbuch aufzuschlagen, weil einem darin oft Wölfe auflauern" so beginnt der Text; " dann erkläre ihnen, dass die nur aus Papier sind und dass sie schlafen, sobald das Buch wieder zugeklappt ist" wird auf der gegenüberliegenden Seite wohlmeinend geraten, während die wiederum nächste Seite zeigt, was passiert, wenn die Ausnahme die Regel bestätigt und der Wolf doch die Grenze zwischen Buch und Kinderzimmer überwindet. Solcherart wird die Liebe zum Lesen und zu Büchern ganz ohne den üblichen erhobenen Zeigefinger spürbar, werden Leseorte von der Bibliothek bis zum eigenen Bett und Leseerfahrungen vom wohligen Gruseln bis zur Freude am Quatsch gezeigt. Durch seinen erfrischend anderen Zugang zum Thema Lesen eignet sich das kleinformatige Bilderbuch, im französischen Original bei Rue du Monde, dem Verlag des Autors Alain Serres erschienen, auch wunderbar als Einstieg oder Diskussionsimpuls für entsprechende Elternabende. In der von Bruno Heitz humorvoll ins Bild gesetzten Abfolge von Problem, Lösung und Ironisierung der Lösung finden sich nicht nur sehr unterschiedliche Konstellationen von ängstlichen Eltern und mutigen Kindern, sondern auch zahlreiche Hommagen an beliebte Kinderbuchfiguren, von denen sich manche gleich auf den ersten Blick, andere erst beim genaueren Hinschauen entdecken lassen und wiederum Lust auf die Re-Lektüre des Originals machen.#Kröte des Monats

----
Quelle: Unsere Kinder (http://www.unserekinder.at/);
Autor: Christina Repolust;
Es gibt Bilderbücher, die sagen einem die Wahrheit direkt ins Gesicht, so auch das vorliegende. "Wenn deine Eltern sagen, in Kinderbüchern würde nichts als Quatsch erzählt, dann antworte ihnen, da hätten sie recht und es tue dir wirklich schrecklich leid, aber: Quatsch findest du einfach klasse!"
Die Illustrationen dieses kleinen und feinen Bilderbuchs entsprechen in Geschwindigkeit und Witz dem Text, der alle Vorurteile gegenüber Kinderliteratur, die in den vergangenen Jahrzehnten das Leben ein wenig düsterer machten, auflistet. Das Buch macht Mut, immer weiter zu erzählen, vorzulesen und die ganz kühnen Texte sofort zu mögen. Vorurteil für Vorurteil wird hier abgearbeitet, auch der Schonraum, in dem Kinder nach Meinung mancher Bewahrer gedeihen sollen, kriegt sein Fett ab.
Alles, was es im Leben gibt - den Tod, die Armut, die Liebe und sogar die Geschlechtsorgane - das soll es auch im Bilderbuch geben. Ein mutiges Buch, das vom weiten Land der Phantasie erzählt und das daran erinnert, dass Bibliotheken und Buchhandlungen den Horizont ihrer BesucherInnen erweitern. Der schnelle Schlag mancher KritikerInnen auf Bücher "Wer hat dem Maulwurf auf den Kopf gemacht", auf Texte mit Feen und vielleicht sogar Zauberern und Hexen wird hier charmant in gute Tipps für Kinder verpackt, die doch schon immer mutiger und klarsichtiger als manche Erwachsenen waren.
Sehr zu empfehlen - ab vier Jahren

Leserbewertungen

Es liegen noch keine Bewertungen vor. Seien Sie der Erste, der eine Bewertung abgibt.
Eine Bewertung zu diesem Titel abgeben